David – junger “alter Hase”

F: Hi David, du bist sehr jung in den Motorsport eingestiegen. Wie kamst du dazu?
A: Mein Vater ist in den 70ern und 80ern selbst sowohl als Fahrer als auch als Beifahrer bei diversen Rallyes gestartet. Ich habe mich schon früh für Motorsport interessiert und es immer im Fernsehen verfolgt. Seit 2002 waren wir regelmäßig bei der WRC in Deutschland und anderen nationalen Rallyes. 2007?! habe ich ein Gewinnspiel des MSC Zorn gewonnen. Eine Mitfahrt im Rallyeauto von Jan- Philipp. Meine erste Erfahrung in einem Rennfahrzeug. Anschließend hat mich natürlich der Rallyevirus noch mehr infiziert und ich habe zusammen mit meinem Vater und Orange Motorsport überlegt, wie ich in den Motorsport einsteigen kann. 2 Jahre später stand dann die erste Rallye in einem VW Golf 2 GT auf dem Programm. Diesen haben wir mit sehr großer Hilfe von Orange Motorsport, speziell Team Blue, aufgebaut. Das war der Startpunkt für die kommenden 5 Jahre im aktiven Motorsport. An dieser Stelle nochmal ein riesen Dankeschön an alle Beteiligten! Speziell Oli und Jörg. Ohne euch wäre das nicht möglich gewesen.

2010-2011

F: Kannst du ein bisschen über deine ersten Autos berichten und welches du am meisten geschätzt hast?
A: In 5 Jahren Motorsport durfte ich verschiedene Fahrzeuge bewegen. 2009: (VW Golf 2 GT) Meine ersten 4 Rallyes fuhr ich mit diesem Fahrzeug. Aber es wurde schnell klar, dass in der damaligen Klasseneinteilung keine Chance bestand gute Ergebnisse einzufahren. Somit habe ich das Fahrzeug nach einem Jahr bereits wieder verkauft.
2010-2011: (Citroen C2) Bei H&S Rallyesport kaufte ich mir anschließend einen Citroen C2. Diesen fuhr ich bis Ende 2011 bei verschiedenen Veranstaltungen in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Ende 2011 wurde dieser dann verkauft, da in den kommenden 2 Jahren größere Veranstaltungen auf dem Programm standen.
2012: (Citroen C2 Challenge) Ein von H&S Rallyesport aufgebauter Citroen C2 Challenge (Original Citroen Racing) wurde in diesem Jahr bei allen Läufen zur ADAC Rallye Masters in der Division 6 eingesetzt. Dieses Jahr war definitiv das Schönste und Spannendste in all der Zeit. Auch dank des Teams H&S Rallyesport, aber auch vor allem dank meines Beifahrers Sebastian Kröniger. Ohne Ihn wären die Platzierungen nicht möglich gewesen.
2013: (Citroen DS3 R1 & Citroen C2R2max) Das schwierigste Jahr und auch das Ende. Nach dem Vize-Meister Titel in der Division 6 bei den ADAC Rallye Masters 2012 wurde nach Möglichkeiten gesucht weitere Erfahrungen zu sammeln. Somit startete ich in diesem Jahr in einem von Citroen Racing aufgebauten DS3 R1 in der Citroen Racing Trophy im Rahmen der Deutschen Rallye Meisterschaft. Leider konnte Sebastian in diesem Jahr aus beruflichen Gründen nicht mehr auf dem rechten Sitz platznehmen und somit war es ein stetiger Wechsel der Beifahrer. Nicht die beste Voraussetzung um Vertrauen zu finden und somit auch anständige Zeiten zu fahren. Zumal ich zu keiner Zeit mit dem Fahrzeug “eins” wurde. Die letzten beiden Rallyes bestritt ich in einem ebenfalls von H&S Rallyesport eingesetzten Citroen C2R2max. Der erste “echte” Werkswagen. Dieser lag mir persönlich viel besser als der bisherige DS3 R1. Somit waren auch die Ergebnisse direkt besser. Ein Sieg und ein 2. Platz.

2012


F: Du warst im Förderprogramm des ADAC. Erzähl doch mal wie es dazu kam?
A: Mehr oder weniger war es Zufall. Ich hatte im Laufe des Jahres 2011 bereits geplant meinen Citroen C2 zu verkaufen und den Helm an den Nagel zu hängen. Zufällig habe ich dann ein Schreiben des ​ADAC gesehen indem es um eine Förderung im Rallyebereich für 2012/2013 ging. Ich habe lange überlegt, ob ich mich hierauf bewerben sollte. Nach Rücksprache mit Teamchef Oliver Schumacher von H&S Rallyesport haben wir uns einen Plan für die kommenden 2 Jahre inkl. Finanzierungsmöglichkeiten gemacht. Anschließend haben wir alle Unterlagen aufbereitet und die Bewerbung abgeschickt. Allerdings war ich hier zugegebener Maßen eher pessimistisch, da es zu der Zeit sehr viele sehr schnelle Fahrer gab, welche sich sicherlich auch beworben haben. Nichtsdestotrotz wurde ich dann zu dem Sichtungslehrgang eingeladen. Dieser war gesplittet in Technik, Präsentation und Fahren. Als ich allerdings sah wer alles vor Ort war wollte ich nur den Tag genießen und habe mir noch weniger Chancen als zuvor ausgerechnet, da fast alle Fahrer über erheblich mehr Erfahrung verfügten als ich. Unter anderem auch bei 24h Rennen etc. Letztlich waren wir nach dem Tag aber alle überrascht, dass die Wahl auf 2 Fahrer viel, welche in den kommenden Jahren gefördert werden sollten. Und einer davon war ich.

2013

F: Deine erste volle Saison war dann im DS3R1 Cup. Was hast du hier alles erlebt?
A: Viel. Sehr viel. Leider nicht nur positives. Es war sehr schwer, da mein Stammbeifahrer Sebastian in 2013 keine ganze Saison fahren konnte. Somit musste ich nach einem Ersatz suchen. Diese Suche war leider mehr als schwierig. Letztlich war es ein stetiger Wechsel von 3 verschiedenen Beifahrern bei 5 gefahrenen Veranstaltungen.

F: Im Rahmen des Cups bist du auch die Rallye Deutschland gefahren. Was war das für ein Erlebnis?
A: Unglaublich! Man ist eine Woche durchgehend unterwegs und kommt kaum zur Ruhe. Lange Prüfungen, die große Bühne und die Panzerplatte. Es war ein sehr schönes Erlebnis. Auch wenn ich 1. lieber mit einem Citroen C2 Challenge bzw. einem Citroen C2R2max gestartet wäre und 2. die Weinbergsmauer in der WP Dhrontal (die letzte WP der Rallye) gerne ausgelassen hätten. Denn diese beendete unsere Rallye auf den letzten Metern.

F: Würdest du das Förderprogramm des ADAC weiterempfehlen? Worauf sollte man achten?
A: Soweit ich weiß gibt es ein Förderprogramm in dieser Art und Weise nicht mehr seitens des ADAC. In der damaligen Form würde ich es allerdings weiterempfehlen. Der Support war sehr gut und auch der Kontakt direkt nach Frankfurt in die Sportabteilung war durchweg positiv. Man sollte jedoch darauf achten, dass man ein Programm zusammenstellt, welches vielversprechend aber auch finanzierbar ist.

2013 – Citroen DS3 R1

F: Seit einiger Zeit ist es ruhig geworden um dich im Motorsport. Was machst du gerade so in deiner Freizeit?
A: Momentan fokussiere ich mich auf meine berufliche Zukunft. In der Freizeit koche ich weiterhin sehr gerne, genieße Ausfahrten mit meinem Oldtimer und versuche so oft wie möglich in Schweden oder Südtirol ein paar Tage abzuschalten und die Ruhe zu genießen.

F: Planst du irgendwann wieder in ein Wettbewerbsfahrzeug einzusteigen?
A: Der Reiz ist natürlich vorhanden. Ich beobachte weiterhin das Geschehen und auch den Fahrzeugmarkt. Aber konkret denke ich nicht darüber nach nochmal in die Rallyeszene einzusteigen.

F: Wann sieht man dich mal wieder an einer Strecke?
A: Die letzten Jahre hat man mich ausschließlich bei der Deutschland Rallye gesehen. Meist auch die einzig verbleibende Veranstaltung, welche ich im Jahr besuche. Vielleicht schaffe ich es 2020 auch wieder die eine oder andere Veranstaltung mehr zu besuchen. Vor allem solche mit Orange Motorsport Beteiligung!