“OM Urgestein” – Oliver Wünsch

Oli ist nach Jan-Philipp und Jürgen Lüdcke das längste Mitglied bei Orange Motorsport und kennt VW Golf 2 besser als VW selbst. Wie das alles so kam, erzählt er selbst.

Oliver Wünsch

F: Oli, seit wann machst du eigentlich Motorsport?
A: 1998 habe ich das erste mal an Motorsportveranstaltungen aktiv teilgenommen.

F: Hast du schon einmal einen anderen Motorsport neben Rallye ausprobiert?
A: Das erste Jahr (1998) habe ich genutzt um mich erst einmal mit dem Auto vertraut zu machen. Dazu bin ich einige Slalom Veranstaltungen gefahren, um dann 1999 meine erste Rallye zu bestreiten. Zwischendrin hatte ich mit Dirk Glaser und Unterstützung von Bernd Seehafer (Schnecki Motorsport) auch einen Golf für Autocross aufgebaut und einige Testfahrten absolviert. Leider ist die Serie aber nicht mehr existent. Rundstrecke ist nun auch dazu gekommen in Form eines Flugplatzrennens, hierzu später mehr.

F: Du bist ja ein Urgestein bei Orange Motorsport. Seit wann bist du dabei und wie bist du zum Team gekommen?
A: Seit 2005, kurz nach der offiziellen “Gründung”. Für 2006 war damals die “GTI Trophy” geplant, Jan-Philipp ist zu dieser Zeit mit dem Gründer dieser Trophy ein paar mal als Beifahrer gefahren. Wenn ich das noch richtig zusammen bekomme, lernte ich im Rahmen der Einrich-Rallye 2004 Jan-Philipp und Jürgen Lüdcke kennen.

Oli’s Erster Golf 2 im Rallyesport

F: Dein Fachgebiet und deine Passion sind VW Golf 2. Wie kam es dazu?
A: Das hat bereits 1996 angefangen. Mein Cousin Michael ist zu dieser Zeit mit einem Golf 2 16V Rundstrecke gefahren. Damals war ich schon vom 2er begeistert. So war natürlich mein erstes Auto ein Golf 2 (ein originaler 8 Ventiler). Dieser wurde dann durch die 1996/1997 beginnenden ersten “Schraubersamstage” immer mehr in Richtung Motorsport umgebaut. Die Teile gab es damals aus dem o.g. Rundstreckengolf bzw. aus dem was so an Teilen noch rumlag. Geschraubt wurde in der Werkstatt von Jussi, der einer der weiteren Fahrer auf besagtem Rundstreckengolf war. Als der Golf dann “ausgeräumt” und Käfig, Auspuff sowie weitere Teile ein- und umgebaut waren, stand so langsam fest, das ein erster Motorsporteinsatz notwendig sein wird.
So habe ich damals mit einem fast serienmässigen 8 Ventiler angefangen in der Gruppe F. Je nach Zeit und Geld habe ich dann Jahr für Jahr und Stück für Stück den Golf weiterentwickelt und schneller gemacht.

F: Wieviele Golf 2 hast du im Moment, bzw. wieviele könntest du dir ca. aus deinem Fundus zusammenbauen?
A: Naja, nachdem ich vor 2 Jahren einige verkauft habe, ist meine Sammlung etwas geschrumpft. Derzeit habe ich sieben Golf 2. Einer davon für die Strasse, die anderen fertige Rallyeautos oder im Aufbau befindliche…Um die Frage zu beantworten, sieben Stück würde ich mit den vorhandenen Teilen auch tatsächlich zusammen bekommen. Nur der Faktor Zeit ist da ein kleines Problem.

F: Kannst du dir vorstellen im Rallyesport ein anderes Fabrikat oder Modell zu bewegen?
A: Mal zum Testen schon, aber ich werde ganz sicher niemals den 2er aufgeben.

Es muss BLAU sein

F: Wieso sind deine Rallyefahrzeuge immer blau?
A: Weil’s einfach gut aussieht. Das hat sich 2005 ergeben, davor war besagtes erstes Fahrzeug grün. Seit dem damaligen Umbau auf Leichtbauteile und “Gruppe H Technik” folgte auch eine neue Lackierung. Die ist dann quasi zu meinem Erkennungsmerkmal geworden, blau mit gelben Spiegeln.

F: Was ist dein spannendstes Erlebnis bisher im Rallyesport?
A: Vielleicht nicht das spannendste, aber das beste Erlebnis. Es war eine Gesamtbestzeit auf der vierten Wertungsprüfung der Rallye Hombachtal 2008.

F: Du bist schon viele Rallyes gefahren. Welche ist deine Lieblingsveranstaltung?
A: Früher war das die Rallye Oberehe, da neben den Wertungsprüfungen auch das ganze Drumherum einmalig war. Das hat sich allerdings mit dem Wechsel des Rallyezentrums verändert. Aktuell ist das für mich die Grabfeld Rallye. Dank RSC kann ich diese Veranstaltung auch wieder fahren.

Rallye Zorn 2018

F: Aktuell fährst du hauptsächlich beim NAVC. Planst du auch wieder Einsätze beim DMSB?
A: Hättest Du mir die Frage vor einem Jahr gestellt, hätte ich mit JA geantwortet. Ich hatte sogar schon angefangen einen weiteren Golf für die Gruppe F aufzubauen, um zusätzlich wieder DMSB Veranstaltungen fahren zu können. Durch die Entwicklungen bei Frankfurter Verein, mit immer wieder neuen Reglementveränderungen (ganz abgesehen von der KFP-Pflicht) fällt meine Antwort nun allerdings anders aus. Auch die Vehemenz mit der man gegen den Rallye Super Cup und die eigenen Mitglieder welche dort gestartet sind vorgeht, finde ich nicht hinnehmbar. Daher werde ich künftig an keinen lizenzpflichtigen DMSB Veranstaltungen teilnehmen. So lange es noch die Rallye Legend im Rahmen von DMSB Rallyes gibt, werde ich gelegentlich, wie auch in 2018, dort starten. Sollte sich hieraus eine Lizenzpflicht entwickeln, ist das für mich auch ein Grund dort nicht mehr zu fahren. Ich bin mir ohnehin ziemlich sicher, das diese Form der Teilnahme bald durch den DMSB beendet wird. Schade für die Veranstalter, die mit dieser Art der Sonderausschreibung nur nach dringend benötigten Startern greifen. Ich hoffe es findet sich noch der ein oder andere Veranstalter, der unter die Flagge des RSC oder NAVC wechselt. Das würde mehr potentielle Veranstaltungen für Gruppe H Fahrzeuge und andere Gruppen ohne KFP bringen.

F: Wie sieht deine Saisonplanung für 2019 aus?
A: Die wird sich aus NAVC Läufen, der Grabfeldrallye unter dem RSC und der ein oder anderen Legend Veranstaltung zusammensetzen. Zusätzlich werde ich, sofern es die Zeit zulässt, auch wieder wie in 2018 an der Technorama Hildesheim (Flugplatzrennen) teilnehmen. Das war eine interessante Erfahrung. Über 3 Tage mit vielen Fahrzeugen auf der Strecke. Hier lernt man wieder sich “auf Linie fahren” zu konzentrieren.

F: Was hälst du von der Rückbesinnung des Teams auf die grundlegenden Werte?
A: Finde ich gut, da ich die Gemeinschaft, den Zusammenhalt und den Spass sehr schätze. Das war in letzter Zeit etwas ins Hintertreffen geraten. Daher war diese Veränderung wichtig und auch nötig.

Vielen Dank Oli! Viel Erfolg in der Saison 2019!